Sektion 3.16 - Absichtlich bewegte Bälle
Falls, außer beim Stoßen des Spielballs, um einen Stoß auszuführen, oder dem Berühren eines Balls während einer Konsultationsphase, irgendein Ball vom Striker absichtlich bewegt oder von der Spielfläche aufgehoben wird, muss der Schiedsrichter FOUL ansagen.
a)
In einer Situation, in der ein stillstehender Ball absichtlich bewegt oder aufgehoben wurde, kann der andere Spieler
- wählen, aus der verbliebenen Lage selbst zu spielen, oder seinen Gegner auffordern, weiter zu spielen. In diesem Fall wird der Ball, der nicht auf der Spielfläche zur Ruhe man, als vom Tisch angesehen.
- wählen, alle Bälle in ihre Ausgangslage bringen zu lassen und selbst zu spielen, oder seinen Gegner auffordern noch einmal zu spielen.
Im letzterem Fall bleibt der Ball on der gleich, wie vor dem Regelverstoß, und zwar:- jede Rote, wenn Rot der Ball on war;
- die Farbe on, wenn keine Roten mehr auf dem Tisch waren; oder
- eine Farbe nach Wahl des Strikers, wenn der Ball on eine Farbe war, nach dem eine Rote oder free ball, der für Rot nominiert wurde, gepostet wurde.
Wenn die obige Situation in einer Folge mehrerer Foul and a Miss-Entscheidungen, wie in 3.14(d) beschrieben, auftritt, bleibt eine Warnung betreffend die mögli che Zuerkennung des Frames an den Gegner in Kraft.
b)
In einer Situation, in der ein sich bewegender Ball absichtlich bewegt oder aufgehoben wurde, muss der Schiedsrichter die bestmögliche Entscheidung im Interesse eines fairen Spiels treffen.
Eine Konsultationsphase beginnt, sobald die Entscheidung getroffen wurde, den Ball/die Bälle zurückzulegen.
Die Person, die zu spielen hat oder gerade spielt, ist der Striker. Seine Aufnahme endet, wenn:
a)
ein Stoß gemacht wurde und keine Punkte erzielt wurden; oder
b)
ein Foul begangen wurde, alle Bälle zum Stillstand gekommen sind und der Schiedsrichter überzeugt ist, dass der Striker den Tisch verlassen hat; oder
c)
der Gegner nach einem Foul zum Weiterspielen aufgefordert wird; oder
d)
das Frame vom Striker beansprucht wird, wenn Schwarz der einzige Objektball auf dem Tisch ist, die Gesamtpunktzahl nicht relevant ist und der Unterschied der Spielstände mehr als sieben Punkte zugunsten des Strikers beträgt; oder
e)
die letzte Schwarze gepottet wurde und der Spielball zum Stillstand gekommen ist.
a)
Ein Stoß gilt als ausgeführt, wenn der Striker den Spielball mit dem Tip seines Queues stößt, außer während des Einschwingens auf den Spielball (bekannt als Feathering).
b)
Der Spielball darf nur einmal gestoßen und nicht vorwärts geschoben werden. Das Tip des Queues darf einen Augenblick lang mit dem Spielball in Kontakt bleiben, während dieser seine Bewegung aufnimmt.
c)
Ein Stoß gilt als korrekt, wenn kein Regelverstoß begangen wurde.
d)
Ein Stoß gilt als nicht beendet, bis:
- alle Bälle zum Stillstand gekommen sind;
- das Spotten von Bällen, soweit erforderlich, beendet wurde; und
- alle vom Striker benutzten Hilfsmittel entfernt wurden oder der Schiedsrichter davon überzeugt ist, dass der Stoß beendet ist.
e)
Ein Stoß kann direkt oder indirekt ausgeführt werden:
- Ein Stoß ist direkt, wenn der Spielball einen Objektball trifft, ohne vorher eine Bande zu treffen;
- ein Stoß ist indirekt, wenn der Spielball eine oder mehrere Banden trifft, bevor er einen Objektball trifft.
Die Konsultationsphase ist jener Zeitraum, in dem die Spieler dem Schiedsrichter beim Zurücklegen eines Balls/von Bällen in die Originalposition vor dem Regelverstoß (3.2 (c)(ii), 3.3 (k), 3.10 (i), 3.14, 3.15 und 3.16) oder wie in 3.9 beschrieben, behilflich sein dürfen. Die Konsultationsphase beginnt, sobald die Entscheidung, den Ball/die Bälle in ihre ursprüngliche Position zurückzulegen, getroffen wurde, und endet, wenn beide Spieler mit der Position des Balls/der Bälle zufrieden sind, oder mit der endgültigen Entscheidung des Schiedsrichters.
Snooker-Regelwerk, Fassung 3.4 · Stand 09/2022 · Sektion 3.16 - Absichtlich bewegte Bälle · Quelle: Deutsche Billard-Union
Wiedergabe unverändert und mit Quellenangabe.